Der Antrag

04.10.2015 – ca. 13:15 Uhr, Nebelhorn schneebedeckt, sonnig bei -2,7 C° auf ca. 2220 Metern ü.NHM. Soviel zu den statischtischen Daten. Dabei hatte der Tag mit starkem Regen und einer nicht schwinden wollenden grauen Suppe am Himmel begonnen. Seit Wochen war dieser Tag geplant und das Wetter wollte nicht mitspielen. Der Wetterbericht hatte die Schneefallgrenze sogar am Vorabend auf 700 Meter noch einmal herabgesetzt. Nervös verfolgte ich die Daten meiner Wetterapp auf dem Handy für das 80 km entfernte Oberstdorf: Ab 12 Uhr sollte es aufklaren und gegen Nachmittag sogar die Sonne scheinen. Beim Blick aus dem Fenster wollte man das nicht glauben.

Ich überzeugte Svenja, wir setzten uns ins Auto und fuhren los. Starker Regen während der Autofahrt ließ doch ein wenig Zweifel aufkommen, ob es die richtige Entscheidung war. Für mich war es klar, das war der Tag, kein Zurück, hoch aufs Nebelhorn. Und man mag es kaum glauben, ab Kempten hörte der Regen auf und Richtung Südwesten schimmerte ein leichtes Blau durch die Wolkensuppe. In Obersdorf angekommen, konnten wir das Nebelhorn allerdings nicht so recht sehen, denn es machte seinem Namen alle Ehre: Es lag in dichtem Nebel. Wir fuhren trotzdem mit der Bahn hoch und warteten bei einem Mittagessen auf der Mittelstation das Wetter ab.

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Vom Gipfel des Nebelhorns

Es klarte auf! Eine Aussicht! Wahnsinn! Es hatte zwar wie angekündigt geschneit und war bitterkalt, aber die Aussicht war beeindruckend. „Perfekt, das ist Schicksal“, dachte ich mir.  Nichts wie hoch zum Gipfel! Und da waren wir kurze Zeit später dann auch. Jetzt war es fast soweit. 100 Gedanken gingen mir durch den Kopf…“Wo ist der passende Ort“…“Wo sind nicht so viele Leute“…“Wann ist der perfekte Moment“… Es fügte sich eins zum anderen: Der perfekte Ort war schnell gefunden (denn soviele gibts da oben auf dem Gipfel nicht 🙂 ) und der perfekte Moment kam, als die anderen Leute (von denen es aufgrund des Wetters eigentlich kaum welche gab) den perfekten Ort verließen. Tja und dann ist es klar wie es läuft: Ring, Frage und Antwort abwarten 🙂 Wie die Antwort ausgefallen ist, brauche ich hier wohl nicht erläutern 😀 Eine überglückliche Svenja mit einem schicken Ring habe ich vom Nebelhorn wieder mitgebracht. Das schöne Wetter haben wir dann noch genutzt und sind einen Teil der Strecke bergab gewandert. Hier noch ein paar Impressionen vom Tag…

…Und jetzt bin ich dran, die zukünftige Braut 😉 Der Tag fing katastrophal an….schlecht geschlafen, scheiß Wetter und ganz viele neue Dinge, die man erstmal verarbeiten muss (für Skeptiker und chronische Pessimisten ist das immer eine Herausforderung). Aber etwas lag in der Luft (und ich meine jetzt nicht den morgendlichen Pupsgeruch unseres geliebten Knützelleins). Jannis hochmotiviert, total optimistisch was die Wetteraussichten anging. Ich wurde angsteckt vom Wunsch, endlich wieder mein geliebtes Nebelhorn zu sehen. Auf der Fahrt wurde jeder blaue Fitzel am Himmel von uns kommentiert, im Radio lief „Bauch und Kopf“ von Mark Foster und Jannis grinste bei jedem Blick in mein Gesicht….“Was hat der denn heute?“, dachte ich die ganze Zeit. Am Nebelhorn lief alles nach Plan. Es klarte auf, wir fuhren hoch und genossen die Aussicht…es war scheißkalt, aber wir waren vorbereitet. Wir gingen an meine Lieblingsstelle und machten ein paar Fotos. Irgendwann wurde Jannis ganz nervös. Er hatte fürchterlichen Durst und kramte wild in seinem Rucksack. Mit Hund auf dem Schoß, stand auf einmal Jannis vor mir „Schaaaaaaaaatz….“ und da war sie, die Frage:) Wenn man in diesem Moment steckt, vergisst man alles was man sich vorher ausgemalt hatte und seine Stimme….man möchte diesen Moment einfach nur mit einem Pauseknopf ewig festhalten, vor allem wenn man sich 101% sicher ist, dass man den Mann fürs Leben gefunden hat.